Mehlspeisen, Desserts

Totenbeinli, Croquants aux noisettes oder Nuss-Stängli

28. November 2018

Schweizer Totenbeinli – makabrer Name aber super gut!

Momentan wird man überall, ob im Internet, in Zeitschriften oder im TV mit Weihnachtsgebäck förmlich überschüttet.
Meine Mutter und auch meine Schwiegermutter waren wahre Künstlerinnen, was das Backen von Weihnachtkeksen anbelangte. Ich habe von beiden noch schriftliche Aufzeichnungen ihrer Rezepte, ob Vanillekipferl, Butterringerl, Hausfreunde, Rubine, Eisenbahner, Husarenkrapferl etc. etc.
Ich beschränke mich jetzt nur mehr auf wenige Sorten, maximal drei bis vier, die Lieblingskekse der Familie.

Seit einigen Jahren mache ich auch die „Totenbeinli“ auf die mich ein lieber virtueller Freund aus der Schweiz aufmerksam gemacht hat. Mich hat der sonderbare Name interessiert und ich habe die Geschichte dieses Gebäcks nachgelesen, auch gleich nach einem Rezept gesucht.

Totenbeinli, Croquants aux noisettes oder Nuss-Stängli stammen ursprünglich aus dem Schweizer Kanton Graubünden und wurden früher beim Leichenschmaus/ Abdankung zum Kaffee gereicht. Daher der etwas gewöhnungsbedürftige Name. Heutzutage sind sie in der ganzen Schweiz verbreitet und werden gerne auch ausserhalb der Weihnachtszeit gebacken, da sie sich – ähnlich wie Cantuccini – gut aufbewahren lassen.
Dieses nussige Gebäck hat uns auf Anhieb geschmeckt, seither stehen sie regelmäßig am Programm für die Weihnachtsbäckerei, manchmal auch noch danach.

Hier das Rezept, nachdem ich sie zubereite:
Zubereitung: ca. 1 Stunde
Kühl stellen: ca. 1 1⁄2 Stunden
Backen: ca. 25 Minuten, Backrohr auf 180°C vorheizen
Für 55-65 Stück

200 g Haselnüsse
100 g Butter, zimmerwarm
175 g Zucker
1 Prise Salz
1-2 TL Zimt
abgeriebene Schale einer Zitrone (bei mir Amalfi-Zitrone, die ich im Herbst eingefroren habe und bei Bedarf davon abreibe, was ich brauche)
1⁄2 TL von meinem Süßstoffgewürz (Zimt, Anis, Nelken, Muskat)
2 Eier
250 g Mehl

1 Eigelb mit 1 EL Milch vermischt, zum Bepinseln
Backpapier für das Blech (ich verwende eine Dauerbackfolie)

Haselnüsse in der Bratpfanne rösten, bis die Schalen aufspringen. Zwischen einem Küchentuch reiben, bis alle Nüsse mehr oder weniger geschält sind. Nüsse sorgfältig aus den Schalen heben, grob hacken (diese Arbeit kann man sich ersparen, wenn man, so wie ich, die herrlichen, bereits gerösteten Haselnüsse aus dem Piemont verwendet)
Die weiche Butter mit Zucker, Salz, Zimt und Eiern schaumig rühren, bis die Masse hell ist. Mehl mit den Nüssen dazu geben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. In Folie gewickelt 1 Stunde kühl
stellen.
Danach den Teig auf wenig Mehl ca. 1 cm dick auswalken. 7-8 cm breite Streifen schneiden, diese auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Nochmals 30 Minuten kühl stellen. Mit der Eigelb/Milchmischung bepinseln und auf der 2. Schiene des auf 180°C vorgeheizten Ofens 10 Minuten backen. Heiss in Streifen schneiden, 12-15 Minuten goldbraun fertig backen.

Totenbeinli gut verschlossen in einer Keksdose aufbewahren.

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  1. Gerade erst habe ich deinen Blog entdeckt, da überrascht mich schon ein Totenbeinchenrezept. Großartig. Mein Kindermädchen backte sie immer in der Weihnachtszeit (allerdings mit Mandeln) und Jahre lang habe ich sie nicht gegessen, da ich kein Rezept hatte und dann gerieten sie in Vergessenheit. Das wird nun geändert. Vielen Dank dafür.

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