Hauptspeisen | Reisen/Unterwegs

Schweinsbraten mit Weinkraut und Kartoffel/Semmelknödeln (nach Schwiegermutter) und Hopfenernte

9. September 2019

Beitrag enthält unbezahlte/unbeauftragte Werbung.

Nicht nur das kühl-nasses Schlechtwetter der letzten Tage, welches den Herbstbeginn ankündigt, auch eine Einladung in der vergangenen Woche zur Hopfenernte ins Waldviertel hat mich zu einem etwas deftigeren Sonntagsessen verleitet.

Vergangenen Mittwoch war ich mit Bloggerkolleginnen bei der beginnenden Hopfenernte im Waldviertel. Dort haben wir viel über Hopfen, den Anbau, die Ernte und die Verarbeitung desselben gelernt.
Nicht nur die Hopfenpflanze ist weiblich, habt Ihr auch gewusst, dass Bierbrauen ursprünglich weiblich war? Im Mittelalter zählte es zur normalen Hausarbeit der Frauen, Bier zu brauen, wobei es oft auch nicht ungefählich für die Frauen war, denen oft Hexerei unterstellt wurde, wenn das Bier durch Hinzufügen von diversen Kräutlein zu schlecht, zu ungenießbar oder auch viel zu gut war. Die letzte Verbrennung einer “Brauhexe” erfolgte im Jahre 1591 in der Mark Brandenburg.
Erst viel später wurde dieses Handwerk von den Männern übernommen und die Frauen waren gerettet 😉

Zurück zur Hopfenernte in der schönen Landschaft rund um Zwettel. Es war überaus interessant zu erfahren, dass das Innenleben einer kleinen Hopfendolde, die kleinen gelben, klebrigen Teilchen für die Hopfung von einem Seidel (300ml) Bier genügen.

Nachdem die ersten Fuhren des Hopfen geerntet waren ging es dann noch zu einem der Partner-Landwirte, wo wir bei der weiteren Verarbeitung bis zur Lagerung/Trocknen auf dem Dachboden zusehen konnte.

Bei der anschließenden Bierverkostung und guten Jause im Hopfengarten habe ich – an sich keine große Biertrinkerin – meinen Liebling gefunden. Die „Landpartie“, ein obergäriges Bier, frisch und fruchtig, durchaus auch als Aperitif geeignet.
Vielen Dank an @martinamachopr  und @zwettlerbier für diesen lehrreichen und interessanten Nachmittag

 

Diese „Landpartie“  habe ich heute als Begleitung zum saftigen Schweinsbraten mit Weinkraut und zarten Kartoffel/Semmelknödeln ebenso genossen.

Jetzt geht es zum Rezept:

Schweinsbraten (4 Portionen)

Je 400 g Schopfbraten und Schweinebauch (vom Waldviertler Strohschwein)
4 Zehen Knoblauch, geschält
Salz, 2 TL Kümmel, Thymian, Pfeffer aus der Mühle
Wasser

Backofen auf 180 Grad O/U-Hitze vorheizen

Den Schweinebauch mit der Schwarte nach unten ca. 10 Minuten in kochendes Salzwasser mit Kümmel legen. So lässt sich die Schwarte besser kreuzweise einschneiden.

Knoblauch fein reiben, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und abgerebeltem Thymian vermischen.
Das Schweinefleisch rundherum mit dieser Paste einreiben.
Eine Bratpfanne fingerhoch mit Wasser befüllen (ich nehme gleich das Wasser vom Schweinebauch) und die Fleischstücke einlegen.
Ca. 1,5 bis 2 Stunden im Backrohr braten, zwischendurch immer wieder mit Wasser oder auch Suppe begießen.
Für eine schöne Kruste beim Schweinebauch die letzten 10 Minuten die Oberhitze erhöhen oder, wer hat, die Bräunungsstufe beim Backofen einschalten. Danach das Fleisch bis zum servieren warm halten.
Den Bratensaft abgießen, das überflüssige Fett eventuell abschöpfen (wer will, gibt einen kräftigen Schluck Bier dazu) und mit etwas Mehlbutter binden.

Weinkraut:

1/2 Kg Weißkraut (ich verwende sehr gerne das lockere Braunschweiger Kraut)
1 säuerlichen Apfel
1 Zwiebel
2 EL Butterschmalz
150 ml Weißwein (oder auch Apfelsaft, wenn man keinen Alkohol möchte)
100 ml Gemüsesuppe
1-2 EL Apfelessig
Salz

Krautkopf von welken Blättern befreien, vierteln, Strunk herausschneiden, fein schneiden oder hobeln.
Zwiebeln schälen, vierteln in feine Ringe schneiden, Apfel vierteln, vom Kerngehäuse befreien, in feine Scheiben schneiden. Butterschmalz in einer heißen Pfanne schmelzen lassen, Zwiebeln dazugeben und glasig dünsten. Kleingeschnittene Äpfel zugeben, kurz mitdünsten, dann das Kraut einrühren.
Das Kraut gut durchmischen und dann salzen. Die Gemüsesuppe dazu geben und das Kraut zugedeckt etwa eine 1/4 Stunden dünsten lassen, dann den Wein (Apfelsaft) zugießen und eine weitere viertel Stunde dünsten.
Zum Schluss mit etwas Essig abschmecken.

Kartoffel/Semmelknödel, wie ich sie bei meiner Schwiegermutter kennen und lieben gelernt habe:

Für 5 mittelgroße Knödel

100 g Semmelwürferl (Knödelbrot)
100 g gekochte mehlige Kartoffeln, heiß gepresst
50 g Butter, zerlassen
3 EL lauwarme Milch
1 Ei
geriebene Muskatnuss, Salz
1 EL Kartoffelmehl

Alles zu einem Knödelteig vermischen und eine gute halbe Stunde rasten lassen. Danach Knödel formen, in siedendes Salzwasser einlegen und bei sanfter Hitze 20 Minuten köcheln lassen.

Die Knödel sind sehr zart und flaumig, für mich eine der besten Beilagen zum Schweinsbraten!

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