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Süße Trilogie zum „Tag des Apfels“

8. November 2019

,Die Blogger-Runde von „Genuss in rot-weiß-rot“ hat sich den „Apfel“ zum Thema auserkoren.
Der Tag des Apfels wird jedes Jahr am 2.Freitag im November gefeiert – heuer, im Jahr 2019 somit am 8.November.

Ich denke, den Spruch „one apple a day, keeps the doctor away“ kennt sicher jeder. Welcher von den weltweit mehr als 30.000 Apfelsorten jener ist, der die eigene Gesundheit sicher stellt, muss jeder für sich entscheiden.
Apropos weltweit! Es besteht bei uns überhaupt keine Notwendigkeit, auf Äpfeln aus Übersee, die im Handel öfters angeboten werden, zurück zu greifen, der heimische Apfel sollte immer den Vorrang haben.
Der Apfel – er gehört übrigens zur Gattung der Rosengewächse – ist aus unseren Breiten nicht weg zu denken. Er ist sehr gut lagerfähig und begleitet uns fast das ganze Jahr.

Er ist seit frühester Kindheit ein Lieblingsobst von mir und ich erinnere mich noch, als ich mit meiner großen Schwester im Spätsommer und Herbst zum Apfelbauern gewandert sind, um dort aus dem vielfältigen Angebot, welches dessen Streuobstwiesen her gaben, zu naschen.
Ganz spät im Herbst gab es den außen und innen roten „Krampusapfel“ ein ganz besonderere Liebling von uns. Ob diese Bezeichnung jetzt richtig ist, weiß ich nicht so genau, wir haben ihn eben so genannt.

Ende Oktober gab es auf der Burg Forchtenstein ein „Apfelkulinarium“, veranstaltet von den ➡️ Streuobstwiesen wo StreuobstproduzentInnen aus dem Burgenland an die 100 Apfelsorten zur Verkostung vorgestellt haben und unzählige Apfelveredelungsprodukte, angeboten wurden. Wir waren dort und haben uns durchgekostet! Mein Favorit war die Gold-Renette und der Schweizer Glockenapfel.

Unsere Äpfel kaufe ich beim Obsthof im Nachbarort, auch dort ist das Angebot reichhaltig, an die 25 verschiedenen Apfelsorten gibt es zu kaufen.
Meine Lieblinge sind der Boskop, Elstar, Cox Orange, Kronprinz Rudolf und der Topaz, also eher die säuerlichen Sorten.

Es gibt unzählige Verwendungsmöglichkeiten für den Apfel in unserer Küche, ob roh, gekocht, gebacken, süß, pikant, in Suppen und in Gemüse. Ideal in Mehlspeisen – was wäre die Österreichische Küche ohne den allseits beliebten Apfelstrudel?
Er eignet sich genau so gut Beilage zu Fleisch – da passt er besonders gut zu Leber, Wild oder auch als der beliebte Apfelkren zum gekochten Rindfleisch.

Für meinen Genuß in rot-weiß-rot gibt es drei süße Lieblinge, die mich immer wieder durch die Apfelzeit begleiten: Apfelspatzen, gebackene Apfelspalten und Apfelpalatschinken, eben ein

Wenn Euch die drei süßen Apfelgerichte auf meinem Blog nicht reichen, dann schaut Euch um, bei meinen Mitstreiterinnen von Genuß in rot-weiß-rot, da gibt es noch mehr an Köstlichkeiten und Wissenswertes rund um den Apfel:

Turbohausfrau: Besuch beim Apfelbauern
Giftigblonde: Gebackene Apfelradeln 
Fliederbaum: Hedis Apfeltorte
Das Mädel vom Land: Ein Strauß Rosen
Linzersmileys: Knödelrundes Apfelglück
Genussatelier Lang: Apfel Tiramisu
The Apricot Lady: Apfel Sellerie Salat mit karamellisierten Nüssen
Home of Happy: Apfel-Speck-Risotto
Verena kocht: Apfel-Joghurt-Kuchen

Jetzt geht es zu meinen drei Rezepten – die jeweils für 4 Portionen reichen:

Die Zutaten sind für alle drei Rezepte annähernd gleich, wir brauchen natürlich Äpfel (hier Boskop) Mehl, Zucker, Eier Butter, Vanillezucker, Zimt, Zitrone, Apfelsaft, fakultativ Wein und Rum.
Zu Beginn werden gleich die drei verschiedenen Teige zubereitet, damit man ihnen die erforderliche Ruhezeit angedeihen lassen kann.

Für die Apfelspatzen:

300 g Mehl, griffig
200 ml Milch
2 Eier
Salz
30 g Butter

600 g Äpfel, säuerliche Sorte
50 ml Apfel-Quittensaft oder nur Apfelsaft
50 g Zucker
50 g Butter
Zimt (bei mir aus der Mühle)
faklutativ: 1 Stamperl Calvados oder Apfelschnaps (kann, muss nicht sein)
Zitronenschale

1 Handvoll Mandelblättchen – in einer beschichteten Pfanne ohne Fett vorsichtig geröstet.
Zimtzucker

50 g Butter für die Spätzlepfanne

Aus Mehl, Milch, zerlassener Butter, Eiern und Salz einen zähflüssigen Teig rühren. Den Teig mit dem Kochlöffel abschlagen, bis er Blasen wirft, danach 1/2 Stunde rasten lassen.
Wasser in einem Topf aufkochen und leicht salzen.
Einen Suppenschöpfer voll Teig auf ein befeuchtetes Spätzlesieb geben und mit einer Spachtel den Teig ins Wasser schaben. Die Spätzle so lange kochen, bis an der Wasseroberfläche schwimmen. Danach mit kaltem Wasser kurz abschrecken.

Die Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und die Äpfel in kleine Spalten schneiden.

Den Zucker mit der Butter in einer Pfanne leicht karamellisieren. Die Apfelspalten zugeben, mit einem Schuss Apfelsaft und Calvados ablöschen und einige Minuten dünsten lassen. Die Apfelspalten sollten nicht zerfallen. Mit Zimt und Zitronenschale abschmecken.

Butter in einer Pfanne erhitzen, die abgetropften Spätzle zugeben und darin erwärmen zum Schluss die gedünsteten Apfelspalten zugeben und kurz durchrösten.
Vor dem Servieren mit Zimtzucker und den Mandelblättchen bestreuen.

Für die gebackenen Apfelspalten in Weinteig (oder Milchbackteig)

3 schöne säuerliche Äpfel
Zitronensaft
125 g Mehl
125 ml Weißwein (oder Milch)
1 Ei / getrennt
1 P Vanillezucker
geriebene Zitronenschale von 1/2 Zitrone
1 EL flüssige Butter

Butterschmalz zum Ausbacken

Wein (Milch) mit dem Mehl, dem Eidotter, der Butter und fein geriebener Zitronenschale zu einem glatten Teig gerührt, den man 1/2 Stunde rasten lässt. Danach wird das mit etwas Salz zu Schnee geschlagene Eiweiß leicht untergehoben.

Äpfel schälen, halbieren und Kerngehäuse entfernen, dann jede Apfelhälfte in 3 Spalten schneiden, mit Zitronensaft beträufeln. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, die Apfelspalten in den Weinteig tauchen und im heißen Fett goldgelb ausbacken. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
Mit Staubzucker bestreuen.

Für die Apfelpalatschinken:

120 g Mehl (Universalmehl oder helles Dinkelmehl)
240 ml Milch
1 Eier
1 Eidotter
30 g flüssige Butter
Zimtzucker

Aus allen Zutaten einen glatten Palatschinkenteig bereiten, diesen 1/2 Stunde rasten lassen.

weiters:
Butter oder Öl zum Ausbacken
1 großer oder 2 kleine Äpfel, geschält, halbiert, vom Kerngehäuse befreit, in dünne Spalten geschnitten, mit Zitronensaft beträufelt.

Fett in einer Palatschinkenpfanne erhitzen und einen mittelgroßen Schöpflöffel Teig hineingießen, die Apfelspalten auflegen mit etwas Zimtzucker bestreuen, ein wenig in den Teig eindrücken. Nach kurzer Zeit mit einer Palette vorsichtig wenden und auf der anderen Seite ebenfalls goldgelb backen. Mit dem restlichen Teig drei weitere Apfelpalatschinken backen, warm halten.
Apfelpalatschinken vor dem Servieren dreieckig zusammen falten.

 

Als Beilage zu der süßen Trilogie habe ich Vanillesauce und Vanilleeis (dieses nicht selbst gemacht) gereicht.

Für die Vanillesauce:

1/4 l Milch
50 g Feiner Kristallzucker
2 Eidotter
1 Vanilleschote
10 g Maizena

Die Mischung aus kalter Milch, Zucker, Dottern und Reismehl sowie die Vanilleschote wird in einem Schneekessel mit einer Schneerute (oder Handmixer) über Wasserdampf so lange gerührt, bis sie dickflüssig ist. Die Creme wird dann vom Dampf entfern, die Vanilleschote heraus genommen und noch 5 Minuten lang gerührt.
Alternativ kann natürlich auch Vanillesauce aus dem Packerl verwendet werden.

Die süße Apfeltrilogie auf einem Teller mit der Vanillesauce und dem Eis anrichten, mit feinem Staubzucker bestreuen – dann ganz einfach nur genießen!

 

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  1. Der Kronprinz ist auch mein Lieblingsapfel 🙂

    Und weil du vom Krampusapfel sprichst, habe den schon sehr lange nicht mehr gesehen, geschweige denn gegessen.
    Immer wieder findet man Krampusäpfel, aber weder sind die innen rot noch haben sie die “richtige” Farbe. Schade, die habe ich auch geliebt!

    Lg. Sina

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