Hauptspeisen

Lasagne – ganz klassisch

1. Dezember 2019

Die Rettungsgruppe hat sich diesmal das Thema „Aufläufe und Gratins“ auserkoren.

Nach kurzem Nachdenken kam ich drauf, dass einer unserer Lieblinge, die klassische Lasagne, noch keinen Platz auf meinem Blog gefunden hat.
Ich mache sie in regelmäßigen Abständen immer wieder, man kann sie als echtes Leibgericht bezeichnen.
Es gibt hier am Blog zwar eine sehr köstliche ➡️ herbstliche Lasagne und eine ➡️ Vegetarische Variante, aber das ist es auch schon.

Den Ursprung der Lasagne vermutet man bei den alten Römern, das erste schriftlich verfasste Rezept wurde in einem der ältesten mittelalterlichen Kochbücher („Liber de coquina“) aus dem 14. Jahrhundert gefunden. „Die gekochten Schichten werden in eine feuerfeste Form gelegt und mit Gewürzen und geriebenen Käsen bestreut“ war darin zu lesen. Die Römer verwendeten dazu „lasanum“, den Kochtopf. Die Lasagne verdankt ihren Namen also jeweils dem Gefäß, in dem sie zubereitet wurde. Zu offiziellen Lasagne-Hochburgen entwickelten sich im Lauf der Jahrhunderte übrigens die Regionen Marche und Emilia-Romagna.

Ich verwende am liebsten eine Keramik-Auflauf-Form, darin ist sie immer gut gelungen.

Es verdient sich kaum ein Auflauf so sehr gerettet zu werden, wie die Lasagne!
Die Anzahl von Fertig-Lasagne ist riesengroß, vor allem in den Tiefkühlregalen ist sie häufig zu finden. Außerdem gibt es zahlreiche Fix – Packerlware mit Fertigmischungen, sogenannte Basis, für die Zubereitung des Ragús, die meist vollgestopft sind mit allerlei Geschmacksverstärkern, Verdickungsmittel, gehärteten Fetten etc.
Ich verurteile ja niemanden, der fertige Lasagneblätter für die Zubereitung seiner Lasagne verwendet, das habe ich selbst auch schon öfters gemacht. Mir ist jedoch noch nie eingefallen, Säckchen-Basis fürs Ragú zu verwenden, geschweige denn irgend ein TK-oder Fertigprodukt zu kaufen.

Lasagne Rezepte gibt es sicher viele, wahrscheinlich hat jeder so sein eigenes Geheimrezept. Auch ich selbst habe schon einige Varianten ausprobiert, bis ich dann unseren Favoriten für eine klassische Lasagne gefunden habe.

Für das heutige Rezept habe ich auch die Nudelblätter selbst gemacht – das Ragú angelehnt an mein Lieblingsrezept von Marcella Hacan und wurde schon am Vorabend gemacht. Abgekühlt lässt sich das Ragú besser aufstreichen.

Das Rezept reicht für 4 Portionen, hier genau beschrieben:

Für das Ragú:

1 EL Pflanzenöl
45g Butter
85g gehackte Zwiebel
3 Stangen Sellerie, gehackt
4 mittelgroße Karotten, gehackt (hier ergänzt mit gelber Rübe und Pastinakenwurzel)
350g frisch faschiertes Fleisch – hier 2/3 Rind 1/3 Schwein (bei Marcella nur Rindfleisch)
frisch gemahlener Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
1/4 l Vollmilch
1/4 l trockener Weißwein
500g San Marzano Tomaten aus der Dose, klein geschnitten, mit dem Saft
Ich gebe noch etwas gehackten Rosmarin, Oregano und Thymian dazu

Das Öl, die Butter und die gehackte Zwiebel in einen Topf geben und auf Mittelhitze schalten. Die Zwiebel unter Umrühren glasig anschwitzen, dann den gehackten Sellerie  und das übrige Wurzelgemüse hinzufügen. Etwa zwei Minuten garen, umrühren, damit das Gemüse gut mit Fett überzogen ist.

Das faschierte Fleisch, eine große Prise Salz und ein wenig Pfeffer dazugeben. Das Fleisch mit der Gabel zerkrümeln, sorgfältig umrühren und so lange garen, bis es nicht mehr roh und rot aussieht.

Die Milch hinzufügen und unter häufigem Umrühren so lange brodeln lassen, bis sie völlig verdampft ist.

Den Wein dazugießen und langsam verdampfen lassen, dann die Tomaten, eine Prise Muskatnuss und die Kräuter hinzufügen und alle Zutaten sorgfältig verrühren. Wenn die Tomaten zu brodeln beginnen, die Hitze verringern, sodass die Sauce sehr schwach kocht; es darf nur hin und wieder eine Blase an die Oberfläche steigen. Mindestens drei Stunden unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen. Die Sauce kocht dabei ein und das Fett trennt sich vom Fleisch. Damit sie nicht anbrennt, jedes Mal, wenn es nötig wird, etwas Wasser (ich fülle es in die leere Tomatendose, um damit auch gleich den letzten Tomatenrest mit in die Sauce zu bekommen) hinzugeben. Zum Schluss soll jedoch das Wasser völlig eingekocht sein. Das Ragú nochmals abschmecken.

Für die Nudelplatten:

250 g Mehl
3 Eier
2 EL Olivenöl
3 EL Wasser

Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde drücken, in die du dann 2 EL Wasser und 2 Eier hineingibst. Mit einer Gabel das Ei mit dem Mehl leicht verrühren. Dann die Masse auf eine mit Mehl bestäubte Arbeitsfläche geben und mit angefeuchteten Händen ca. für 5-10 Minuten zu einem glatten Teig kneten (kann man auch mit der Küchenmaschine machen) Danach eine Kugel formen und diese mit dem Handballen platt drücken, zusammenfalten und den Vorgang einige Male wiederholen.
Den fertigen Teig in Frischhaltefolie wickeln und für 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
Danach die Teigkugel in gleich große Stücke schneiden und diese mit den Handflächen zu platten, ovalen Fladen formen und leicht bemehlen.
Dann mit der Nudelmaschine zu Platten walzen. Ich beginne mit der Stufe 1, lasse den Teig einige Male durch die Maschine laufen. Dann Stufe um Stufe weiter – bis zur Stufe 6/7 da hat für mich der Teig dir richtige Stärke für die Nudelplatten, dicker als 3 – 4 mm sollten sie nicht sein.
Während des Vorganges kann man die Platten gerne einmal in der Mitte durchschneiden, ich finde überlange Teigbahnen, wie sie oft im TV zu sehen sind zwar lustig, daheim während der Arbeit jedoch unpraktisch/unhandlich. Falls der Teig einmal klebt, leicht bemehlen und das Mehl dann abschütteln.
Teigplatten auf einer mit wenig Mehl bestreuten Arbeitsfläche in ca. 10 cm breite Platten schneiden. Mit den restlichen Teigstücken ebenso verfahren.
Lasagne-Platten in kochendem Salzwasser 30 Sekunden vorkochen, dann kalt abschrecken und auf ein Küchentuch legen.

 

Für die Béchamel:

100 g Butter
75 g Mehl
850 ml Milch
Geriebene Muskatnuss
Salz, Pfeffer

In einer höheren Pfanne oder Topf die Butter bei mittlerer Hitze schmelzen und langsam das Mehl unterrühren. 1-2 Minuten anschwitzen. Die Milch nach und nach dazu gießen und unter Rühren leicht aufkochen lassen, bis die Sauce andickt. Mit Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss würzen und vom Herd nehmen. Wenn man will, kann man hier schon ca. 30 g vom geriebenen Parmesan unterheben – verstärkt noch etwas den Geschmack der Sauce.

Zum Überbacken
150 g Parmesan, gerieben
Auf der Parmesanreibe oder – so wie ich mit schmerzendem Ellbogen – mit dem Aufsatz vom Stabmixer!

So, alles ist vorbereitet, jetzt kann die Lasagne in die vorher etwas gebutterte Form geschichtet werden – jetzt kann auch das Backrohr auf 180 Grad O/U-Hitze vorgeheizt werden.

Den Boden der Auflaufform mit Béchamelsauce bestreichen und anschließend mit einer Lage Nudelplatten belegen. Darauf dann eine Schicht Ragú verteilen und eine weitere Lage Béchamel darauf geben, so fortsetzen – Béchamel – Nudel – Ragout, diesen Vorgang noch 3 – 4 x wiederholen.
Abschließen mit Nudelplatten und einer dicken Schicht Béchamel.
Zuletzt den geriebenen Käse aufstreuen.

Gebacken wird die Lasagne für 35 bis 40 Minuten, bis sie eine schöne Farbe hat.
Vor dem Servieren noch 10 Minuten ruhen lassen – sie lässt sich dann besser in Portionen teilen.

Es hört sich jetzt nach viel Arbeit an, ich kann Euch aber versichern, dass es sich lohnt und der Vergleich sicher macht, dass ein Fertigprodukt mit einer selbst gemachten Lasagne nicht vergleichbar ist.

Sicher seid Ihr jetzt neugierig, welche Aufläufe oder Gratins der Rest der Rettungsgruppe zubereitet hat. Mit einem Klick auf die nachfolgenden Links erfährt Ihr es!  Zuvor noch ein Dankeschön den Organisatorinnen dieser Rettungsaktion Britta von ➡️ Brittas Kochbuch, Barbara von ➡️ Barbaras Spielwiese und Tamara von ➡️ Cakes, Cookies and more. Ein besonderer Dank an Martin, der uns immer die Links zusammenstellt.

Brittas Kochbuch – ➡️  Rote-Linsen-Auflauf
Barbaras Spielwiese – Foodblog -➡️  Süßkartoffel-Auflauf mit Tomaten und Feta
Cakes, Cookies and more – ➡️ Kartoffelgratin mit Süsskartoffeln
Brotwein – ➡️ Spaghettikürbis im Backofen – Kürbis mit Hackfleisch und Käse
Madam Rote Rübe – ➡️ Kartoffel-Steckrüben-Gratin mit Zitronensoße und Thymianbrösel
Anna Antonia-Herzensangelegenheiten – ➡️ Brotauflauf in herzhaft
CorumBlog 2.0 – ➡️ Kartoffel-Lauch-Auflauf ohne Käse
genial lecker – ➡️ Nudelauflauf mit Rosenkohl und Hack
our food creations – ➡️ Kürbis-Cannelloni

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  1. Lasagne ist einer der beliebtesten Aufläufe, danke dass Du die klassische Lasagne rettest! Und so super Schritt für Schritt Fotoanleitungen, schön!

    Woher sie ihren Namen hat, wusste ich gar nicht.

    Wir machen Lasagne auch gerne selber. Manchmal machen wir auch gleich mehr vom Ragú, das lässt sich ja auch einfrieren und Reste passen zu normaler Pasta.

    Gute Besserung für den Ellbogen!

  2. Genau dieselbe Frage wie Andrea (funnywitch) wollte ich auch als erstes stellen. Und ja, auch bei mir sieht es auch immer eher nach Massaker aus. 🙂

    Klassische Lasagne habe ich – soweit ich mich entsinne – noch nie gemacht. Das gehört unbedingt nachgeholt.

    Mein “Klassiker” ist die Spinat-Lachs-Lasagne, die lieben wir beide.

    Ich wünsch einen schönen ersten Advent.

    Britta

    1. Mein „Foto-Geheimnis“ habe ich bei Andrea verraten 😉
      Spinat-Lachs klingt köstlich, habe ich bisher nur mit Blätterteig/Strudel gemacht. Muss ich einmal als Lasagne probieren!
      Schönen ersten Advent für Dich und Martin!
      Brigitta

  3. Wie schaffst Du es nur, dass Deine Lasagne so fotogen auf dem Teller aussieht? Bei mir sieht das immer nach Massaker aus…

    Klassische Lasagne ist soooo lecker – vor allem, wenn sie selbst und mit so viel Liebe wie bei Dir gemacht ist. Danke für das Rezept.

    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Vielen lieben Dank!
      Was ich in vielen Lasagne-Jahren gelernt habe: Lasagne sollte man nicht „frisch aus dem Ofen auf den Teller“ fotografieren.
      Für „Angeber-Fotos“ besser ein Stück für Später in der Auflaufform belassen 😉
      Liebe Grüße Brigitta

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