Mehlspeisen, Desserts

Milchrahmstrudel – meine Variante

27. März 2022

Der Milchrahmstrudel ist ein echter Klassiker der Wiener Mehlspeisenküche, wo er liebevoll Millirahmstrudel genannt wird. Diese Bezeichnung geht angeblich auf die Köchin Milli von der Gastwirtschaft „Zum Roten Stadl“ zurück, die im 19. Jahrhundert für ihre Strudelspezialitäten berühmt war.

Das ursprüngliche Rezept stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist so auch in meinem ehemaligen Schulkochbuch der „Wiener Küche von Adolf und Olga Hess“ sowie im Buch „Die süße Küche/Toni Mörwald, Christoph Wagner“ zu finden:
Dünn ausgezogener Strudelteig wird mit einer Fülle aus schaumig gerührter Butter, Zucker, Zitronensaft- und Schale, ein wenig Salz, abgerindeten, in Wasser eingeweichten, ausgedrückten und passierten Semmeln, Rahm und Eischnee, bestrichen. Darauf kommen Rosinen, der Strudel wird eingerollt und in eine mit Butter bestrichene Form gelegt. Hier wird er noch mit zerlassener Butter bestrichen und nach der halben der Backzeit mit einer Royal (Milch, Eier und Vanillezucker) begossen, dann fertig gebacken.

Wann die zweite Variante des Milchrahmstrudels, nämlich jene mit Topfen, genau erfunden wurde, konnte ich nicht eruieren, ein derartiges Rezept ist u.a. allerdings im „Großen Buch der Österreichischen Mehlspeisen“ von Josef Zauner zu finden.

Na gut dachte ich, warum nicht aus beiden Varianten eine zu machen? Topfen und Semmel? Der Versuch ist gelungen, der Strudel war super saftig, flaumig und zart!


Rezept für 2 Strudel:

Fülle:

4 Eier / getrennt
100 g weiche Butter
100 g Feinkristallzucker *)
1 P Vanillezucker
1/4 l,Sauerrahm
350 g Topfen
1 entrindete Semmel (oder 2 Scheiben Toastbrot) in Wasser einweichen, dann gut ausdrücken
Schale von 1 Zitrone, 1 Prise Salz
30 g Universalmehl
fakultativ: Rosinen

4 Strudelblätter (bzw. selbst gemachter Strudelteig)

80 g zerlassene Butter
Butter für die Form

Überguss – Royal (alle Zutaten gut zusammen rühren – Mixer oder Schneerute)

3 Eier
200 ml Milch
50 ml Obers
20 g Staubzucker *)
1 Tl Vanillezucker

*) Wer Zucker sparen will, kann statt dessen Erythrit verwenden.

Backrohr auf 180 Grad O/U Hitze vorheizen, eine Backform mit etwas Butter ausstreichen.

Zubereitung:

Dotter mit der weichen Butter, Zitronenschale und der halben Menge Zucker schaumig rühren. Topfen, Sauerrahm und die gut ausgedrückte Semmel unterrühren.

Eiklar mit dem restlichen Zucker und 1 Prise Salz steif schlagen, mit dem Mehl unter die Topfenmasse heben.

Je 1 Strudelblatt auf ein Strudeltuch legen, zerlassene Butter mit einem Pinsel gut bestreichen , 2. Strudelblatt drauf legen, ebenfalls mit Butter bepinseln. 1/2 Topfenmasse auf 1/3 darauf verteilen, seitliche Ränder frei lassen, (fakultativ Rosinen drauf streuen) dann den Strudel mit Hilfe des Strudeltuchs einrollen.

Die beiden Strudel in die vorbereitete Form legen und mit Butter bestreichen.

Im vorgeheiztem Backrohr 20 Minuten backen, dann die Eiermilch darüber gießen und nochmals 20 Minuten fertig backen.
Bei mir war die Backform für die beiden Strudel -wie man sieht – etwas zu breit, daher sind sie beim Backen in der Mitte auseinander gegangen. Hat dem Geschmack allerdings keinen Abbruch getan.

Den Strudel vor dem Servieren ein paar Minuten abkühlen lassen, mit Staubzucker bestreuen und wer will – mit Vanillesauce servieren. Der Strudel hat uns ausgezeichnet geschmeckt und wird sicher wieder gemacht. Notiert ist er jetzt für die Erdbeersaison, denn ich kann mir vorstellen, dass er mit einer fruchtigen Erdbeersauce auch ausgezeichnet schmeckt! Ich werde Euch davon berichten.

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